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Selbsthilfe stärken, Betroffene unterstützen

Im November 2021 haben wir uns in Dortmund getroffen und Glücksspielfrei e.V. gegründet, den Bundesverband Selbsthilfe Glückspielsucht. Wir wollen die Selbsthilfe stärken und Betroffene unterstützen, bspw. darin eine eigene Selbsthilfegruppe zu gründen. Wir wollen mit einer starken Stimme sprechen und die Glücksspielsucht in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung in den Fokus rücken. Und das machen wir alle ehrenamtlich in unserer wieder gewonnenen Freizeit, die heute Gott sei Dank nicht mehr von den ständigen Gedanken beherrscht wird, wo kann ich wann wieder weiterzocken und wo nehme ich das Geld dafür her.

Wer wir sind

Wir sind in der überwiegenden Zahl selbst glücksspielsüchtig. Sind selbst betroffen von einer Sucht, die noch nicht so lange in der Öffentlichkeit steht und durch das Gesundheitswesen anerkannt ist, wie es bspw. stoffgebundene Suchtformen tun.

Glückspielsucht hat viele Formen und Facetten, genauso wie die von der Sucht betroffenen oder mindestens gefährdeten Spieler sind. Da gibt es den klassischen Besucher der „Daddelhalle“, also einer Spielothek um die Ecke, da gibt es Nutzer von Online-Casinos, Sportwett-Angebote, die „High Roller“, die in staatlichen Spielbanken in luxuriösem Ambiente beim Poker, Black Jack oder an den „einarmigen Banditen“ um hohe Einsätze zocken, jedoch auch Süchtige, die von einer Lottoannahmestelle zur nächsten wandern, um die Bestände an Rubbellosen aufzukaufen.

Es gibt immer mehr Glücksspielangebote – legale und illegale

Egal, wo, wie und in welcher Höhe Glücksspielsüchtige ihr Geld verspielen, ob bei legalen oder illegalen Angeboten, ob „bequem“ vom heimischen Sofa aus auf Online-Plattformen oder bei Wind und Wetter die nächste „Zockerbude“ ansteuern „müssen“ – die allerwenigsten schaffen es, ohne Hilfe aus dieser Spirale wieder herauszukommen. Hier setzen wir an!

Neben vielen verschiedenen professionellen Hilfsangeboten von Fachstellen, psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es jedoch auch uns: die Selbsthilfegruppen. Selbsthilfegruppen sind Anlaufstellen in denen Betroffene auf andere Betroffene treffen, die spielfrei, also abstinent, leben wollen. Menschen wie Du und ich, die genau wissen, wovon ich rede, welche Hemmungen ich vor dem ersten Besuch hatte. Und wie schwer es oft fällt, als Süchtiger über Gefühle zu sprechen, welche Scham man gegenüber der Familie oder dem sozialen Umfeld empfand.

Selbsthilfe wirkt

Ein geschützter Rahmen, in dem man offen über seine Sucht und die damit verbundenen Problem, Ängste und Sorgen reden kann. Mit Menschen, die einen verstehen. Weil es ihnen genauso geht.

Selbsthilfe wirkt. Das zeigen im Bereich der Alkoholabhängigkeit z.B. die Anonymen Alkoholiker, das Blaue Kreuz, die Guttempler oder der Kreuzbund seit Jahrzehnten. In der Glücksspielsucht ist das nicht anders. Jedoch gibt es hier noch bei weitem nicht so viele Angebote. Gibt es eben nicht überall im Land eine Selbsthilfegruppe in höchstens 15 Fahrminuten Entfernung.

Aber es gibt uns: Leiter, Sprecher, Teilnehmer von Selbsthilfegruppen von Bremen bis München, von Halle (Saale) bis Meppen und darüber hinaus.


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