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Stellungnahme vom Landesverband Selbsthilfe Glücksspielsucht Niedersachsen-Bremen zur Erhöhung des Einsatzlimits im Online-Glücksspiel

Veröffentlicht am 27.07.2026 von Glücksspielfrei e.V.

Stellungnahme vom Landesverband Selbsthilfe Glücksspielsucht Niedersachsen-Bremen zur Erhöhung des Einsatzlimits im Online-Glücksspiel
27.07.2026 Glücksspielfrei e.V. Aktualisiert: 27.07.2026

Stellungnahme des Glücksspielfrei Landesverbandes Selbsthilfe Glücksspielsucht Niedersachsen/Bremen zur erfolgten Anhebung der Einsatzlimits im virtuellen Automatenspiel durch die GGL


Die am 1. Juli 2026 umgesetzte Anhebung der Einsatzlimits beim virtuellen Automatenspiel durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sehen wir als Betroffenenverband mit großer Sorge.

Der Glücksspielstaatsvertrag räumt der GGL in § 22a Abs. 7 zwar die Möglichkeit ein, den Höchsteinsatz anzupassen. An diese Befugnis ist jedoch eine klare gesetzliche Hürde gekoppelt. Jede Anpassung darf ausschließlich erfolgen, um die Ziele des § 1 GlüStV – allen voran den Schutz vor Suchtgefahr und die Bekämpfung von Glücksspielsucht – zu erreichen. Eine Anhebung von Einsatzgrenzen auf Betreiben der Glücksspielbranche läuft diesem Schutzauftrag jedoch direkt entgegen. Besonders fatal ist das Timing dieser Maßnahme. Der Schritt erfolgte unmittelbar vor der anstehenden, gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierung des Staatsvertrags (§ 32 GlüStV 2021) Ende dieses Jahres. Statt die unabhängigen wissenschaftlichen Ergebnisse abzuwarten, hat die GGL vorab Fakten geschaffen. Wenn regulatorische Stellschrauben ohne gesicherte Datenlage gelockert werden, verkommt das Prinzip eines evidenzbasierten Spielerschutzes zur reinen Formalität.

Wir fordern die GGL und die Länder auf, diesen gewählten Schritt zu hinterfragen und zu den ordentlichen Verfahren zurückzukehren. Grundlagen Entscheidungen über Einsatzhöhen und Marktstrukturen gehören auf den Prüfstand der anstehenden Evaluierung. Nachgelagerte Anpassungen sollten erst dann diskutiert werden, wenn valide Forschungsdaten zur realen Wirkung auf Betroffene vorliegen – und zwar mit dem Spielerschutz an erster Stelle.

Als Landesverband und Stimme der Betroffenen werden wir solche Entscheidungen, die das Suchtrisiko im Netz weiter erhöhen, nicht schweigend hinnehmen und uns weiterhin konsequent für den Schutz gefährdeter Menschen einsetzen.